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PRIVATE WEDNESDAY mit Martin Pitt

Martin Pitt, Du bist Schauspieler, Model und Sprecher. Aktuell sieht man Dich als Chief Security Officer im Spielfilm „Bunker of the Dead“, mit dem Film „2+2“ (Regie: Adrian Doll), bei dem Du die Hauptrolle als Schullehrer gespielt hast, habt ihr den Christian Tasche Filmpreis, den Publikumspreis gewonnen. Ebenso bist Du in diversen Kurz- und Werbefilmen zu sehen. Wenn Du nicht gerade als Sprecher, wie zum Beispiel mit einer Lesung aus „Fritz im Himmel“ von Bettina Hagen auf der Frankfurter Buchmesse, unterwegs bist, kann man Dich auch auf der Theaterbühne finden. 2015 hast Du im Stück „Der Räuber Hotzenplotz“ die Rolle des Zauberers Petrosilius Zwackelmann im Kammerspielchen Wuppertal zum Besten gegeben. Bei der 3. Stuttgarter Filmnacht im CinemaxX an der Liederhalle warst Du Co-Moderator. Abgerundet wird all das mit Fotoshootings, u. a. in Tom Ford, Prada und Ray Ban Sonnenbrillen für einen namhaften Optikerfilialisten. Für einen namhaften Reifenhersteller fungiertest Du kürzlich als Model in einer europaweiten Kampagne und Deine Bilder wurden ausgestellt. U.a. auch auf der Messe in Essen. Ganz aktuell steht ein Kurzfilm über die aktuelle Flüchtlingssituation an, die vom WDR begleitet wird. Im Kinofilmprojekt „An ideal to die for“ von Adrian Doll, spielst Du den brutalen, skrupellosen Boss in einer der Hauptrollen.

MAENNERSTYLE: Was ist das Schönste für Dich an Deinem Beruf?

Martin Pitt: Eher „Berufszweig“. Für mich ist das so gesehen eher eine Art Hobby, dem ich sehr gerne nachkomme. Es macht Spaß vor der Video- oder Fotokamera zu stehen und in die jeweiligen Aufgaben oder Rollen abzutauchen. Irgendwann das fertige Ergebnis zu sehen. Das ist schön.

MS: Was muss man für Deinen Job draufhaben?

MP: Das abrufen zu können, was grade gefordert wird. Sicherheit vor der Kamera ist ganz wichtig. Die Rolle oder die Aufgabe verstehen zu können, sich darin selbst zu sehen, darin abzutauchen. So zu spielen, dass es nicht gespielt wirkt.

MS: Wie sieht Dein typischer Arbeitsalltag aus?

MP: Tja. Lassen wir mal meinen üblichen Alltag weg, mit dem ich sonst meine Brötchen verdiene. Bei Fotoshootings oder Drehs bereite ich mich auf die geforderten Aufgaben vor. Oftmals stehe ich dabei vor dem Spiegel und probe die Mimik und Gestik. Ganz wichtig dabei ist auch die Analyse des Drehbuchs, bzw. die Analyse der Dialoge. Es reicht nicht aus, wenn man nur seinen eigenen Text auswendig kann. Man darf über den Text im Dreh nicht mehr nachdenken. Auch die der Kollegen muss man halbwegs können um agieren und reagieren zu können, um geben zu können und umgekehrt, das Richtige vom Gegenüber zu bekommen. Die Betonung erarbeiten und nicht nur zu sprechen. Den geforderten Charakter der Figur die man darstellen soll, muss eingearbeitet werden. So und mehr, bereite ich mich auf die Aufgaben vor.

MS: Mit wem arbeitest Du bei einem Shooting zusammen?

MP: Das ist ganz unterschiedlich. Ich gucke mir bei Anfragen die bisherigen Arbeiten des Fotografen an oder entscheide für mich selbst, ob ich mich in diesen Aufgaben wiederfinde. Ich habe mal für einen namhaften Damenhandtaschen Hersteller als Model in München gestanden, auch für Damenschuhe habe ich mal geworben. Ich fand den Gegensatz so krass, ein Mann wirbt für Handtaschen oder Damenschuhe, dass ich das unbedingt machen wollte. Mit den Damenhandtaschen für Mollerus Schweiz, wurde ich auf 4 Seiten im Magazin Cocoon abgebildet.

MS: Was war für Dich bisher die größte Herausforderung bei den Dreharbeiten? Welche Szenen waren am schwierigsten zu realisieren? MP: Bei dem Kurzfilm „2+2“, war alles völlig hektisch. Adrian rief mich wenige Tage vor dem Dreh an und fragte mich, ob ich Lust hätte diese Rolle als Lehrer zu spielen. Den Film würde er beim Christian Tasche Filmwettbewerb einreichen wollen. Wenige Tage vorher!!! Da ich ja noch einen normalen Alltag zu bewältigen hatte, war die Vorbereitung für diese Rolle nahezu gegen null. Während des Aufbaus des Sets und zig rumtollenden Kindern, habe ich mir den Text und die Rolle verinnerlicht. Als abgedreht war, hatte Adrian echt nicht viel Zeit den Film pünktlich einzureichen. Das Ergebnis war der Christian Tasche Publikumspreis.

MS: Was war der Höhepunkt Deiner bisherigen Karriere?

MP: Sehe ich eher als Auslegungssache. Selbst lege ich meine, wie Du sagst Höhepunkte, nicht als solche aus. Keinen. Ich gehe von Job zu Job und versuche diese bestmöglich umzusetzen. Einige lehne ich ab, auf einige freue ich mich dann ganz besonders. In den letzten drei Monaten hatte ich unglaubliche 16 Anfragen von hiesigen Filmproduktionen, die für das Nachmittags-TV produzieren. Die habe ich alle abgesagt. 14 davon waren Hauptrollenangebote. Habe 4 Mal bei sowas mitgespielt und war im Fernsehen. Für mich sind dahingehend eher generelle Anfragen die Höhepunkte. So erkenne ich, dass ich gesehen werde. Ob ich diese Dinge dann annehme, entscheide ich für mich selber. Ich nehme ganz sicher nicht jeden Dreh an, um im Fernsehen zu laden oder mich sonst wie profilieren zu wollen. Mir ist das eigentlich völlig egal. Wenn ich Lust drauf habe, dann mache ich das. Bei den ersten Malen damals war das natürlich anders, da machte ich bei jedem Dreh mit der angeboten wurde.

MS: Du hast einige Fans und hast auch schon einige Autogramme geschrieben. Wie stehst Du zu Deinen Fans?

MP: Oha. Schon wieder dieses Wort. Ich habe keine Fans, ich habe Begleiter. Begleiter meiner Dinge, die ich öffentlich mache sprich Dinge, die den Leuten gefallen, wenn ich diese z.B bei Facebook poste. Fans haben in dieser Branche die, die entweder wirklich prominent sind, dauernd im Fernsehen, dauernd in guten Filmen, die auch im Kino laufen etc. oder eben die, die für sich meinen prominent zu sein. Das legt jeder für sich selber aus. Ich bin es keinesfalls. Ich liebe meine Begleiter/innen, freue mich immer riesig, wenn nach einem Autogramm gefragt wird. Ich erstelle die Autogramme im Übrigen selber mit Wunschbild und ganz persönlicher Widmung, wenn gewünscht. Halte ich für persönlicher, als eine vorgedruckte Autogrammkarte. Fakt ist eben, ich habe Begleiter meiner Arbeit und darüber freue ich mich wirklich riesig. Manche Kommentare bei Facebook sind so rührend, dass ich mich schäme. Im positiven Sinne natürlich! Ich halte oft die Hände vor mein Gesicht, wenn ich das lese. Laufe rot an. Weiß oft nicht, wie ich dazu kommentieren soll. Einfach rührend sowas! Habe die besten Begleiter ever!

MS: Du liebst diesen Beruf. Was machst Du in Deiner Freizeit, um Dich zu erholen?

MP: In meiner Freizeit lebe ich für meinen Beruf, den ich sehr ernst nehme. Versuche dahingehend immer alles bestmöglich umzusetzen. In meiner sonstigen Freizeit kümmere ich mich mehr oder weniger um meine Karriere als best ager Model, Schauspieler und Sprecher. Wenn ein gutes Angebot kommt, versuche ich es natürlich bestmöglich umzusetzen.

MS: Bedeutet für Dich ein gutes Angebot eine gute Gage?

MP: Ja und Nein. Eher die Rolle oder das Shooting. Richtig gute Gagen können nicht viele zahlen, oder wollen nicht. Gute Gagen gibt es natürlich auch, doch sind das eher Eintagsfliegen. Mir ist bei einem Angebot eher die Aufgabe wichtiger. Grenzen habe ich natürlich auch, was die Gage betrifft. Oft sind die Gagen eh lächerlich. Werde bei keinen Filmen mehr mitspielen, wenn es keine Gage gibt. Auch mit Fahrt- oder Aufenthaltskostendeckung kann man mich nicht mehr locken. Bei engen Freunden oder sozialen Projekten ist das natürlich was ganz anderes. Bei Shootings, wenn ein Fotograf/in einen Mann knipsen möchte auch, dann beruht das auf Gegenseitigkeit. Jeder hat neue Bilder. Das aber nur für nicht kommerzielle Zwecke. Keiner bekommt eine Entlohnung, außer den Bildern.

MS: Du kannst von Deinen Aufträgen als Model und Schauspieler nicht leben?

MP: Nein. Das können nur die richtigen Promis in Deutschland. Und das nicht immer nur von den großen Filmen oder Serien zu denen sie gebucht werden, oftmals eher von der Werbung, die sie für große Unternehmen und deren Produkte im Fernsehen machen, oder eben von den Rücklagen, die sie durch große Filme verdient haben. Aber dazu muss man erstmal richtig prominent sein. Die Rücklagen sind auch irgendwann mal aufgebraucht und nicht selten kommt es monatelang oder länger zu keiner weiteren Buchung mit einer guten Gage oder einer andauernden Serienrolle, von der man leben kann. Die meisten sind beim Arbeitsamt oder gehen einem Job nach. Das ist auch allgemein bekannt, wurde im Fernsehen des Öfteren von Promis bestätigt. Wenn man glaubt mit einem kurzen Auftritt in einer guten Serie den Durchbruch zu schaffen, der glaubt wirklich, dass man Wasser zu Wein machen kann. An sich selbst zu glauben und Hoffnung zu haben, ist sicher nicht verkehrt. Doch Glauben heißt nicht wissen – und von Likes kann keiner Leben. Möchte aber niemandem sein Wunschdenken zerstören, ich hoffe selber auch darauf, doch bin ich nicht mehr blauäugig.

MS: Was steht aktuell an oder was sehen wir von Dir in naher Zukunft?

MP: Ich denke es wird umgehend mit den Dreharbeiten zum Kinofilmprojekt -An ideal to die for- weitergehen. Es stagnierte wegen der allgemeinen Terminfindung der Crew. Ja, es ist ein Kinofilm, der auch im Kino laufen wird. Der Kurzfilm wegen der Flüchtling Situation steht umgehend an. Da freue ich mich besonders drauf, besonders auch darauf, die gesamte Crew persönlich kennen zu lernen! Wird eine echt gute Sache. Werde mich wieder intensiver meinen Kindermärchen widmen und weitere Folgen von -Immada und Rupf- veröffentlichen. Das sind Märchen zur Einschlafzeit für Kinder. Habe da eine tolle Unterstützung von Mona und Chris Köhler, die auch als Sprecher mitwirken. Suche dahingehend auch noch nach weiteren tollen Stimmen, die mitwirken möchten! Bin auch grade dabei mir ein kleines Sprecherstudio aufzubauen worin mehrere Leute an Mikrofonen stehen können. Dahingehend lege ich richtig los. Drei Geschichten sind auf meiner Homepage zu finden. Das sind meine ersten drei, die ich selber schrieb. Ich ärgere mich etwas, weil ich das schludern ließ. Ich liebe es zu dichten, oder schöne Geschichten zu schreiben. Hatte für den Vertrieb der Geschichten bereits einen sehr interessierten Verlag.

MS: Du warst bereits verheiratet, bist jetzt überzeugter Single. Wie kam es zu dieser Entscheidung? Was ist dabei der wichtigste Punkt für Dich?

MP: Ja, das bin ich. Heiraten werde ich garantiert nie mehr im Leben. Auch nicht im nächsten, wenn es eins gibt. Ich halte heiraten für den größten Schwachsinn. Man kann auch so zusammen sein und sagen, das ist meine Frau. Alles für die Partnerin tun, eben wie in einer Ehe. Statistisch wird heute jede dritte Ehe geschieden. Und wenn es zur Scheidung kommt, dann selten friedlich. Diese Scheiße tue ich mir niemals wieder an. Single bin ich, weil ich die Richtige Partnerin nicht suche. Außerdem bin ich sehr wählerisch. Die anfängliche rosa Brille wird nach einigen Tagen oft sehr dunkel und dann ist es auch wieder vorbei. Ich mag es gar nicht, wenn ich bevormundet oder andauernd gerügt werde. Wenn sie mich versucht so zu formen, wie sie es gerne hätte. Klar gehe ich Kompromisse ein, das muss man in einer Beziehung. Doch dauernd, trotz Gespräche zurechtgewiesen zu werden? Nee! Das war’s dann. Wenn ich mich binde, bin ich trotzdem auf eine Art ungebunden. Ich bin keine Klette und möchte auch keine Partnerin, die wie eine Klette ist. Jeder braucht seine Freiheiten. Wenn es dann passt, dann verwöhne ich meine Partnerin wie es nur geht. Bin dann total selbstlos. Irgendwo gibt es diese Frau, vielleicht begegne ich ihr irgendwann. Bis dahin bleibt der Spaß ;-)

MS: Wo siehst Du Dich in 10 Jahren? Was sind Deine Wünsche für die Zukunft?

MP: Wenn man weiß was morgen ist, freut man sich oder hat Angst. Ich will demnach gar nicht wissen, wo ich in zehn Jahren stehe. Plane meist nur für Tage im Voraus. Wo mich das Schicksal hinführt ist mir eigentlich egal. Ich möchte nur gesund bleiben und arbeiten können. Ich lebe im Hier und Jetzt. Wenn Du Filme oder ähnliches meinst, ist mir das furz piepe egal. Das sind nur Träume. Wenn ich schlafen gehe weiß ich nicht, was ich in der Nacht träumen werde. Niemand weiß das. Bin dahingehend Realist. Freue mich auf jedes tolle Angebot, doch wenn keins kommt welches passt, dann werde ich nicht unruhig. Kommt keins, auch egal. So handhabe ich meine von Dir erfragten 10 Jahre meiner Zukunft.

MS: Möchtest Du noch eigene Worte loswerden?

MP: Ganz viele! Doch dafür reicht die Zeit nicht. Was ich mir wünschte wäre, dass Produzenten mal echte Charakterfressen für ihre Produktionen nehmen und nicht nur nach jungen Leuten suchen. Die haben weder allgemeine Lebenserfahrung, noch vom Leben genug in die Fresse bekommen, was sie mit in die Rollen einbringen können. Die Amys machen es uns doch vor, warum handhaben die Produzenten hier das nicht? Ich könnte jetzt Schauspieler beider Geschlechter aufzählen die ich bei Facebook sehe, die wahnsinniges Charisma haben, eine super Ausstrahlung, eben richtige Charakterköpfe. Das haben die meisten jungen Leute einfach noch nicht und werden für markante Charakterrollen besetzt. Da frage ich mich, wie da die Denke des Produzenten ist? Reifere Schauspieler sollten mal häufiger besetzt werden oder Filmplanungen dahingehend erdacht werden. Oder liegt es wieder am ewigen Diskussionsthema, die Gage. Na ja. Die Filmförderungen sollten mal besser hinschauen, wem sie Gelder für Filmprojekte geben. Da werden Gelder vergeben und nie wirklich produziert. Mehr sage ich dazu nicht. Sonst bei Förderungen nicht nach –Schema F- entscheiden, also der langweilige Scheiß der im TV läuft und immer wieder das Gleiche ist, sondern sich mal Neuem widmen und dahingehend fördern. Es gibt so viele gute Projekte, die sehr erfolgversprechend sind.

MS: Danke für das Interview Martin!

MP: Ich habe zu danken! Bis neulich!

Mehr über Martin Pitt findet ihr auf seiner Webseite www.martin-pitt.com

Fotos:

Bild 1: Roland Klecker. Bild 2: Axel Breuer. Bild 3: Jens Achtert. Bild 4: Jens Achtert

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