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Gretchenfrage E-Bike

June 29, 2017

Lange galt das Elektrofahrrad als Rentner-Schaukel – heute gilt es vielen Nutzern als Rennsemmel oder Frischluft-Abkürzung ins Büro. Das Akku-Zweirad ist so erfolgreich, dass es einer ganzen Branche neuen Schwung verleiht ­– Utopia hat sich die wichtigsten Modelle angesehen.

Solche Zahlen machen den Rad-Handel froh: Fast 500.000 Elektrofahrräder rollten im vergangenen Jahr neu auf die Piste. Sie erhöhten die Gesamtzahl an E-Bikes auf 2,1 Millionen Exemplare. Inzwischen hat jedes achte neue Rad einen Akku. Der künstliche Rückenwind verhilft nicht nur rüstigen Rentnern zu längeren Touren, sondern kommt als Statement auch beim Jungvolk an. „Es macht Spaß und ist beim Pendeln die ideale Unterstützung“, findet der ADFC.

In den Metropolen werden verstärkt Anzug tragende E-Biker gesichtet, während im Gelände die ersten Elektro-Mountainbikes den Weg bahnen. Das geht, weil es inzwischen für jeden Elektrofahrrad-Typ das passende E-Bike gibt.

Zwei Arten Elektrofahrrad: Pedelecs und S-Pedelecs
„E-Bikes“ sind sie eigentlich alle. Aber im Grunde unterscheidet man zwischen zwei Haupt-Arten: Pedelecs und S-Pedelecs.

Pedelecs: Die schwächere Pedelec-Variante will unbedingt getreten werden, nur dann setzt die abgestufte Elektro-Unterstützung ein. Diese wird bei der Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h wieder abgeregelt – wer schneller rollen möchte, tut dies wie beim konventionellen Rad ausschließlich mit Muskelkraft. Dafür braucht man auf diesem Elektrofahrrad weder Helm noch Kennzeichen oder Führerschein M, auch darf der Radweg befahren werden. Ein Pedelec fährt man nicht, um zu rasen, sondern weil man leichter treten will, beispielsweise um unverschwitzt im Büro anzukommen. Bei Pedelecs ist man 2200 Euro dabei, um allzu billige 800-Euro-Modelle sollte man eher einen Bogen machen.

S-Pedelecs: Bei den schnelleren „S-Pedelecs“ leistet der Motor meist 350 statt 250 Watt, sie erreichen damit durchaus Tempo 45 und gelten daher als „motorisierte Krafträder“. Manche Modelle kommen auch ohne Tretarbeit aus und verfügen über einen „Gasgriff“. Deshalb müssen die Flitzer unbedingt die Straße benutzen, ein Versicherungskennzeichen tragen und ihr Fahrer einen Helm. Um damit am Stau vorbei ins Büro sausen zu können muss man für diese Art von Elektrofahrrad zwischen 3.700 und 6.000 Euro hinblättern.

Die Akkus beider E-Bike-Arten werden mit Haushaltsstrom geladen, der Vorgang kostet meist nicht mehr als 10 bis 15 Cent. Dafür kommt man – je nach Anschub, Jahreszeit und Fahrergewicht – zwischen 35 und 80 Kilometer weit. Es versteht sich von selbst, dass hier nur echter Ökostrom sinnvoll ist.

Große Auswahl: vom City-Bike bis zum Offroader
Welches Rad zu wem passt? Kaufen kann man durchaus auch Angebote aus dem Discounter, meint der Verband der Zweirad-Industrie (ZIV): „Dort legt man Wert auf Qualität und Sicherheit, die Räder müssen die relevanten Prüfungen durchlaufen.“ Andere raten von Billig-Pedelecs ab: So rät etwa der ADFC, dass Elektrofahrräder „ausschließlich im Fachhandel gekauft werden“ sollten.

Noch 2011 hatten übrigens Versicherungen gefordert, E-Bikes grundsätzlich zu den Kleinkrafträdern zu zählen, weil das Verletzungsrisiko über Tempo und Alter der Radler höher sei. Inzwischen strampelte man dort zurück: Die aktuelle Unfallforschung des Verbandes räumt ein, dass kein erhöhtes Sicherheitsrisiko im Vergleich mit Normal-Fahrrädern erkennbar sei. Ob der Markt deshalb auch schon E-Bikes für Kinder ab 8 Jahren (KTM Macina Mini ME) anbieten sollte, steht freilich auf einem anderen Blatt.

Worauf Du beim Kauf achten solltest
Prüfe: Brauchst Du wirklich ein Elektrofahrrad? Würde in Deinem Nutzungsfall nicht auch ein normales reichen? Oder würde es reichen, ein E-Bike gebraucht zu kaufen.
Nutze unbedingt die Möglichkeit, das Rad zu testen, denn Sitz und Lenker begleiten Dich gegebenenfalls über Jahre. Probiere ausführlich Gangschaltung und Bremsen.
Teste, ob Du mit Entnahme und Einsetzen des Akkus zurechtkommst und ob Du das E-Bike tragen kannst.
Achte nicht nur auf den Preis des Ersatz-Akkus sondern auch darauf, dass ein möglichst hochwertiger Li-Ion-Akku möglichst oft aufgeladen werden kann. Frage nach einer Gewährleistung, etwa für 2 Jahre oder 700 Ladezyklen.
Der Akku sollte ein Display haben, um den Ladungszustand anzuzeigen, außerdem einen Schutz gegen Überladung und Tiefentladung. Überladung und Tiefentladung können die Lebensdauer von Akkus enorm reduzieren.

Wer sich intensiver informieren möchte schaut einfach mal hier vorbei:

E-Bike-Test 2017: Die besten E-Bikes des Jahres


 

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