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PRIVATE WEDNESDAY mit Tim Bengel

May 18, 2016

Tim Bengel wurde an Silvester 1991 in der Stadt Ostfildern bei Stuttgart geboren. Seine Neugierde an Kunst zeigte sich schon im Kindesalter, als er, nach einem Besuch in der Staatsgalerie Stuttgart, versuchte die abstrakten Werke zuhause nachzumalen. Seinem Interesse treu geblieben, gewann Tim Bengel mit 18 Jahren seinen ersten Kunstwettbewerb an seinem damaligen Gymnasium.
Heute beschäftigt sich Tim Bengel an der Universität Tübingen mit Kunst und Philosophie und hat sich nebenbei, mit seinen einzigartigen Werken aus Sand und Gold, selbst einen Namen als Künstler gemacht.


MANERRSTYLE: Du warst schon lange vor dem Schulwettbewerb kreativ, aber
immer auf der Suche nach Deinem persönlichen Stil. Wie hast Du Deinen Stil
letztendlich gefunden? Was persönlich reizt Dich am Malen mit Sand besonders?
TIM BENGEL: Auf diese Technik bin ich gestoßen, als ich mir überlegt habe:
Was kann ich, was sonst keiner kann? Nach einigen Jahren des
Herumexperimentieren mit verschiedenen Materialien hat sich schließlich
diese Art Bilder zu machen entwickelt. Ich finde die Kontraste die durch den
weißen und schwarzen Sand entstehen sehr ausdrucksstark und das Gold
sorgt an den richtigen Stellen noch für das gewisse Etwas. Die Werke haben
einen Wiedererkennungswert.

 

MS: Tim, wie bist Du zur Kunst gekommen? Wo fand Dein erster Kontakt mit Kunst
statt?
TB: Meinen ersten bewussten Kontakt mit Kunst, hatte ich im Alter von 9
Jahren, als ich mit meiner Mutter die Staatsgalerie besuchte. Ich konnte
einfach nicht verstehen, warum diese Flecken auf den Leinwänden Kunst sein
sollen und Millionen dafür gezahlt werden. Wieder zuhause machte ich mich
dann sofort ans Werk und versuchte die abstrakten Werke nachzumalen.
Natürlich mit der Hoffnung selbst damit Millionen zu verdienen.

 

MS: Wir haben beeindruckende Videoclips von Dir gesehen, auf denen Du Deine
Bilder mit Sand zeichnest. Wie lange dauert es, bis ein Bild komplett fertig ist? Ist es
eher Arbeit oder Spaß?
TB: Je nach Motiv kann das mehrere Wochen dauern. Für mein neustes Werk
vom Schloss Versailles habe ich 300 Arbeitsstunden gebraucht. Und gerade
solche großen Projekte machen mir unheimlich viel Spaß, weil man einfach
sieht dass man was tolles mit den eigenen Händen erschaffen kann.

 

MS: Hast Du Deine Motive bereits im Kopf, wenn Du mit dem Kunstwerk anfängst?
Was inspiriert Dich? Wo holst Du Dir Ideen für Deine Arbeiten?
TB: Die Motive stehen fest, bevor ich anfange sie in Sand zu verewigen. Das ist
auch wichtig, da ich zur Zeit viele individuelle Auftragsarbeiten anfertige und
die Menschen natürlich ungefähr wissen möchten, wie das fertige Kunstwerk
nachher aussieht. Im Prinzip ist jedes Motiv möglich. Ich mache aber nur
Motive die ich selbst gut finde.

 

MS: Welcher Gegenstand ist aus Deinem Atelier nicht wegzudenken?
TB: Mein Skalpell. Ohne das wäre ich echt aufgeschmissen. Ich arbeite bei den
Bildern mit echten Klingen aus dem OP Saal, um wirklich auch feine Details
genau gestallten zu können.

 

MS: Wie entspannst Du Dich am liebsten in Deiner Freizeit? Was ist Dein Ausgleich
zur Kunst?
TB: Eigentlich war Kunst mal mein Ausgleich zum Studium. Auf Grund des
Erfolges ist jetzt studieren mein Ausgleich zur Kunst.

 

MS: In welcher nationalen/internationale Kunstadresse würdest Du gerne mal Deine
Kunstwerke ausstellen?
TB: Auch wenn ich Stuttgart sehr schön finde, führt früher oder später kein
Weg an Berlin und New York vorbei. Erst heute habe ich eine Anfrage einer
Galerie aus New York bekommen, aber ich muss nichts überstürzen und warte
ab, bis ich die richtigen Menschen kennenlerne.

 

MS: Reach to the stars: Wo bist Du in 5 Jahren?
TB: Das ist eine gute Frage. Wenn man bedenkt, dass es erst knappe 1 1/2
Jahre her ist, dass ich überhaupt mein erstes Bild aus Sand, damals noch just
for fun, fertig gestellt habe, kann ich das schwer abschätzen. Da ich mich mit
meinen aktuellen Werken eher der handwerklich Kunst nähre, möchte ich mich
in Zukunft noch stärker mit inhaltlicher Kunst befassen. Im Grunde stelle ich
mir immer noch die gleiche Frage wie als Kind: Was ist Kunst? Wer bestimmt
was Kunst ist? Und was macht einen Künstler erfolgreich? Mit neuen Werken
zu diesen Fragen wird man sicher in Zukunft von mir hören.

 

MS: Was hat Dich in der Kunstwelt bisher am meisten auf die Palme gebracht?
TB: Menschen die sich für schlauer und wichtiger halten als sie sind. Aber die
gibt es wohl in jeder Branche.

 

MS: Eine Frage, die Dich gerade bewegt? Und warum?
TB: Muss man Kunst immer so ernst nehmen?

 

Tim, vielen Dank für das inspirierende Interview. Wir wünschen Dir für Deinen weiteren Weg alles erdenklich Gute und freuen uns, in Zukunft weiterhin viel von Dir zu sehen!

 

Mehr über den außergewöhnlichen Künstler findet ihr unter http://www.timbengel.com/

 

 

 

 

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